Schwangerschaft: Wenn zwei Menschen von einem Körper versorgt werden
Eine Schwangerschaft ist eine der außerordentlichsten Leistungen des menschlichen Körpers. Neun Monate lang versorgt die Mutter nicht nur sich selbst, sondern auch ein heranwachsendes Kind – mit allem, was es braucht: Energie, Sauerstoff, Baustoffe für Organe, Knochen, Haut und vor allem für das Nervensystem und das Gehirn. Kein Wunder also, dass der Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft erheblich steigt.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Sie gehören zu den bestuntersuchten Nährstoffen in der Perinatalmedizin – und ihre Bedeutung für die kindliche Entwicklung sowie die Gesundheit der Mutter ist heute wissenschaftlich außer Frage gestellt. Als Ärztin erkläre ich Ihnen, was hinter diesen Fettsäuren steckt und warum Sie spätestens mit Beginn der Schwangerschaft auf eine ausreichende Versorgung achten sollten.
Was sind Omega-3-Fettsäuren – und warum sind DHA und EPA besonders?
Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst in ausreichender Menge herstellen kann – sie müssen über die Nahrung oder Supplemente zugeführt werden. Innerhalb der Omega-3-Familie sind Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) die biologisch wirksamsten Formen. Im Gegensatz zur pflanzlichen Alpha-Linolensäure (ALA – z.B. aus Leinöl) können DHA und EPA direkt vom Körper genutzt werden, ohne eine aufwändige Umwandlung, die im menschlichen Körper zudem nur sehr begrenzt stattfindet.
DHA und EPA kommen vor allem in fettem Meeresfisch vor – Lachs, Makrele, Hering und Sardinen sind besonders reichhaltige Quellen. Da viele Frauen während der Schwangerschaft aus gutem Grund auf rohen Fisch verzichten und der Verzehr von bestimmten Fischsorten wegen möglicher Schadstoffbelastung (z.B. Quecksilber) eingeschränkt werden sollte, ist eine gezielte Supplementierung in dieser Lebensphase besonders sinnvoll.
DHA: Der wichtigste Baustein für Gehirn und Augen des Babys
DHA ist eine der bedeutsamsten Substanzen für die Entwicklung des fetalen Nervensystems. Etwa 97 Prozent aller Omega-3-Fettsäuren im Gehirn bestehen aus DHA – und rund 93 Prozent der Omega-3-Fettsäuren in der Netzhaut (Retina) des Auges. DHA ist damit buchstäblich Baustoff für das Sehen und Denken des heranwachsenden Kindes.
Besonders intensiv ist der DHA-Bedarf im dritten Trimester, wenn das Gehirn des Babys einen enormen Wachstumsschub erlebt. In dieser Phase lagert der Fötus täglich bis zu 67 mg DHA allein im Gehirn ein – und zieht diese Versorgung direkt aus den Reserven der Mutter. Wenn die mütterlichen DHA-Spiegel zu niedrig sind, wird die kindliche Gehirnentwicklung auf Kosten der Mutter sichergestellt – was bei der Mutter zu einem messbaren DHA-Mangel führen kann, der noch Monate nach der Geburt anhält.
Wissenschaftliche Studien belegen: Höhere DHA-Spiegel im Nabelschnurblut sind mit besserer visueller Verarbeitung, stärkerer kognitiver Entwicklung und feineren motorischen Fähigkeiten des Kindes assoziiert. Kinder von Müttern mit guter Omega-3-Versorgung in der Schwangerschaft erreichten wichtige Entwicklungsmeilensteine früher und zeigten in Beobachtungsstudien bessere Sprachentwicklung im ersten Lebensjahr.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Wirkung von DHA auf die Gehirn- und Augenentwicklung des Fötus und gestillten Säuglings offiziell anerkannt: Die Empfehlung lautet, täglich zusätzlich 200 mg DHA über die normale Erwachsenenempfehlung von 250 mg EPA+DHA hinaus einzunehmen – also insgesamt mindestens 450 mg täglich für Schwangere und Stillende.
EPA: Die stille Schützerin von Mutter und Kind
Während DHA vor allem für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems steht, übernimmt EPA wichtige Schutzfunktionen für die Mutter. EPA wirkt stark entzündungshemmend: Als Vorstufe bestimmter Eicosanoide (Gewebshormone) moduliert EPA Entzündungsreaktionen im Körper und hält das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden Omega-6- und entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren aufrecht.
Dieses Gleichgewicht ist in der Schwangerschaft von großer Bedeutung. Ein Ungleichgewicht zugunsten der Omega-6-Fettsäuren – wie es in der modernen Ernährung häufig zu beobachten ist – wird mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftskomplikationen assoziiert, darunter Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung), vorzeitige Wehen und Frühgeburt.
Besonders beeindruckend sind die Ergebnisse eines Cochrane-Reviews aus dem Jahr 2020: Die regelmäßige Einnahme von Omega-3-Fettsäuren senkte das Risiko für späte Frühgeburten (34. bis 37. Schwangerschaftswoche) um 11 Prozent – und für sehr frühe Frühgeburten vor der 34. Schwangerschaftswoche sogar um 42 Prozent.
Darüber hinaus zeigen Studien, dass eine ausreichende Omega-3-Versorgung das Risiko für postnatale Depressionen reduzieren kann. EPA spielt hier eine besondere Rolle, da es nachweislich die Stimmungsregulation beeinflusst. Da viele Frauen nach der Geburt an Stimmungstiefs oder depressiven Episoden leiden, ist auch dieser Aspekt klinisch relevant.
Omega-3 in der Stillzeit: Der Bedarf bleibt hoch
Die Versorgungspflicht der Mutter endet nicht mit der Geburt. Während der Stillzeit gibt die Mutter DHA über die Muttermilch an ihr Baby weiter – und das in erheblichen Mengen. Die DHA-Konzentration in der Muttermilch hängt direkt vom DHA-Status der Mutter ab: Eine Mutter mit guter Omega-3-Versorgung produziert DHA-reichere Muttermilch, die das Gehirnwachstum des Säuglings im ersten Lebensjahr optimal unterstützt.
Aus diesem Grund gelten die erhöhten Empfehlungen für DHA nicht nur für die Schwangerschaft, sondern ausdrücklich auch für die gesamte Stillzeit. Femix Omega begleitet Frauen daher von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit.
Wie viel Omega-3 brauche ich in der Schwangerschaft – und woher?
Die empfohlene Tagesdosis für Schwangere beträgt mindestens 450 mg EPA+DHA, davon mindestens 200 mg DHA zusätzlich. Über die Ernährung lässt sich dieser Bedarf durch zwei Portionen fetten Seefisch pro Woche grundsätzlich decken – allerdings mit Einschränkungen: Thunfisch, Schwertfisch und Königsmakrele sollten in der Schwangerschaft wegen möglicher Quecksilberbelastung gemieden oder stark reduziert werden. Lachs und Hering aus nachhaltigem Fang sind deutlich besser geeignet.
Da viele Frauen jedoch keinen Fisch mögen, vegetarisch oder vegan leben oder die Zufuhr über Fisch unsicher ist, ist eine gezielte Supplementierung mit einem hochwertigen Omega-3-Präparat die zuverlässigste Lösung.
Fazit: DHA und EPA – unverzichtbar von Anfang bis Ende der Stillzeit
DHA und EPA sind keine optionalen Extras in der Schwangerschaft – sie sind essentielle Nährstoffe mit einer klar belegten Wirkung auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns und der Augen, auf die Reduktion von Schwangerschaftsrisiken und auf die Gesundheit der Mutter. Wer in der Schwangerschaft und Stillzeit auf eine ausreichende Omega-3-Versorgung achtet, investiert direkt in die Gesundheit ihres Kindes – und schützt gleichzeitig die eigenen Reserven.
Wenn Sie ein Präparat suchen, das speziell für Schwangerschaft und Stillzeit entwickelt wurde und neben DHA und EPA auch bioaktive Folsäure sowie 11 Vitamine und 7 Mineralstoffe enthält, empfehle ich Ihnen Femix Omega. Es deckt den erhöhten Nährstoffbedarf dieser besonderen Lebensphase umfassend ab – von der ersten Schwangerschaftswoche bis zum Ende der Stillzeit.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Besprechen Sie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft stets mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen.
Quellen:
Greenberg JA et al.: Omega-3 Fatty Acid Supplementation During Pregnancy. Rev Obstet Gynecol. 2008.
Middleton P et al.: Omega-3 fatty acid addition during pregnancy. Cochrane Database Syst Rev. 2018.
Koletzko B et al.: Dietary fat intakes for pregnant and lactating women. Br J Nutr. 2007.
EFSA: Scientific Opinion on DHA and ARA and visual development. EFSA Journal. 2009.
Makrides M et al.: DHA supplementation and pregnancy outcomes. JAMA. 2010.